Sehenswürdigkeiten in den Dünenplantagen am Vandet Sø

In den Dünenplantagen am Vandet Sø machten Sandverwehungen über Jahrhunderte hinweg Mensch und Vieh zu schaffen. Sie können Überreste von Nystrup, einem der Herrenhöfe besichtigen, der mehrfach wegen des allgegenwärtigen Sandes weiter nach Osten ins Inland verlagert werden musste.

1. Vandet Sø und Nors Sø

Vandet Sø. Foto: Lars Gundersen

Vandet Sø ist – ebenso wie der nahegelegene Nors Sø – einer der saubersten Seen Dänemarks. Es ist ein sogenannter Karstsee, ein nährstoffarmer See mit Kalkgrund. Durch die Ritzen in dem Kalk strömt reines Wasser in den See. Der See ist an der tiefsten Stelle bis zu 20 Meter tief und 480 Hektar groß. Er wurde 1977 unter Naturschutz gestellt, um den schönen See und die umgebenden Gebiete zu beschützen und die Naturschätze zu erhalten.

Vandet Sø und Nors Sø sind ehemalige Meeresbuchten, die durch Landanhebungen und Sandverwehungen von dem Meer abgeschnitten wurden. An manchen Stellen entlang des Ufers kann man noch immer an den hohen und steilen Küstenabhängen die Vorgeschichte der Seen erkennen.

In den Seen und darum herum gibt es ein artenreiches Pflanzen- und Kleintierleben. Einer Untersuchung aus 2002 zufolge gibt es nicht weniger als 38 verschiedene Arten von Unterwasserpflanzen in den Seen. Dies ist die größte Anzahl, die in einem dänischen See gefunden wurde. Die Kleintierfauna im Nors Sø wurde 1992 gründlich untersucht. Man fand 153 verschiedene Arten. Dies ist die größte Anzahl, die in einem See in Jütland gefunden wurde.

2. Überreste von großen Herrenhöfen

Teile des Landes, in dem sich heute die Dünenplantagen befinden, gehörten zu den Herrenhöfen Nystrup und Nebel. Die Geschichte erzählt von adligen Geschlechtern, denen die Höfe gehörten und die sich mehrfach von ihrem Eigentum trennen und weiter ins Inland ziehen mussten, weil der Treibsand sich in solchen Mengen auf den Böden der Höfe abgesetzt hatte, dass nichts mehr wachsen konnte. Wenn Sie zum westlichen Ende des Weges Ministervej gehen, können Sie deutlich die Überreste des Fundaments von dem Herrenhof Nystrup erkennen. Der Hof lag hier fast 300 Jahre. Die Umrisse der Gebäude des Hofes sind mit roten Pfählen gekennzeichnet.

In der Vilsbøl Plantage steht heute der Nebelstein an der Stelle, wo der Herrenhof Nebel sich im 17. Jahrhundert befand. Danach wurde auch dieser Hof von Sandverwehungen bedeckt und musste 1632 nach Osten weiter ins Inland an die Stelle verlagert werden, wo sich heute das Nebelhus befindet.

3. Frühzeitliche Hügel

In Thy gibt es die meisten Grabhügel aus der Bronzezeit im Land. Viele von ihnen sehen Sie, wenn Sie in dem Landstrich herumfahren, und das, obwohl man annimmt, dass drei Viertel der Grabhügel nicht mehr vorhanden sind oder untergepflügt wurden. Auch in Nystrup, Vilsbøl und den Dünenplantagen von Vandet können Sie verschiedene gut erhaltene Hügel untersuchen. Alleine in den Dünenplantagen von Vandet und Nystrup gibt es mehr als 60. Zwei der gekennzeichneten Wanderwege, die Wege Nummer 3 und 10 führen Sie an vielen Hügeln vorbei. Direkt nordwestlich von dem kleinen Ort Vester Vandet und nördlich von dem See Vandet Sø liegt die hübsche Hügelgruppe Edshøje. Wenn Sie auf die Hügel klettern, haben Sie eine Aussicht bis zum Meer. Im Laufe der Jahre hat man verschiedene Münzen und Edelmetalle gefunden, die darauf hindeuten, dass sich zwischen Øster Vandet und Vester Vandet im Übergang vom Eisenzeitalter zum Mittelalter ein Handelsplatz befunden hat.

Die Plantagen verdecken auch Hohlwege, die von dem Verkehr in früheren Jahren erzählen. Wenn Sie die Vilsbøl Plantage besuchen und in Richtung Årbjerg gehen, stoßen Sie auf drei parallele Wege nach Klitmøller. Zwischen der breiten Asphaltstraße und dem früheren Landweg sehen Sie den alten Hohlweg.

4. Geschützte Dünenheiden

Südwestlich von der Nystrup Dünenplantage liegt die Vangså Dünenheide. Dünenheiden sind im europäischen Maßstab gesehen eine seltene Naturform. Das Pflanzen- und Tierleben hat sich an die besonderen Verhältnisse in den Dünen, Heideflächen, Heidemooren und Dünenseen angepasst. Zu den charakteristischen Pflanzen zählen Heidekraut, Schwarze Krähenbeere, Rauschbeeren, Glockenheide, Myrica, Gewöhnliche Moosbeere und Sonnentau. Zu den Brutvögeln gehören Kraniche und Bruchwasserläufer.

Die Vangså Dünenheide ist zusammen mit den übrigen Dünenheiden entlang der Westküste von Thy einer der wesentlichen Gründe für die Einrichtung des Nationalparks Thy im Jahre 2008 gewesen.

Aufgrund der speziellen natürlichen Gegebenheiten in den Dünenheiden hat Dänemark eine besondere Verpflichtung zu ihrem Schutz und zu ihrer Bewahrung. Die Dünenheiden werden u. a. durch Zuwachsen von Pflanzen aus umgebenden Plantagen bedroht. Zur Wiederherstellung der Dünenheide werden deshalb in kleineren Teilen der Plantagen die Anpflanzungen entfernt, selbstaussäende Bäume regelmäßig gerodet und die Vegetation flächenweise abgebrannt.

5. Teile von Hitlers Atlantikwall

In der Vandet Dünenplantage lagen während der deutschen Besetzung von 1940 bis 1945 eine deutsche Garnison und später eine Luftmeldestation. Dies war ein Teil des Atlantikwalls, den Hitler entlang der europäischen Westküste von Norwegen bis Spanien errichten ließ. Die Garnison, die von Maschinengewehrstellungen umgeben war, lag östlich von dem Skelvej und ca. 100 Meter südlich von dem Ministervej.

Sie können immer noch den Umfang der Bauten erahnen, da einzelne Betonfundamente von Radartürmen und einem Ring von kleinen Bunkern hier noch als Zeugen des Baus der Deutschen vorhanden sind. In Hanstholm, einige Kilometer nördlich von der Vandet Dünenplantage können Sie die größte Verteidigungsanlage Nordeuropas besichtigen und einen guten Tag lang in die Geschichte eintauchen.

Erfahren Sie mehr auf museumscenterhanstholm.dk (auf Dänisch)

6. Klitmøller

Heute ist der Ort Klitmøller am Meer in der Welt bekannt als das „Kalte Hawaii“, das Paradies für Surfer im Norden. Wenn Sie den Ort besuchen, werden Sie schnell an den privaten Häusern, Geschäften und Surfschulen merken, wie sehr der Ort vom Surfen geprägt ist.

Lange bevor das Surfen erfunden wurde, war Klitmøller eine reiche Gemeinschaft. Der Wohlstand stammte vom Seehandel mit Norwegen. Die Thyboerne exportierten Getreide und andere Lebensmittel, während Norwegen Holz zur Holzbearbeitung, Eisen und Pferde nach Dänemark importierte. Bis 1825 gab es Geld, Leben und geschäftliches Treiben in Klitmøller. Danach wurde der Durchgang bei Agger Tange geschaffen und die Schiffe konnten direkt aus der Nordsee in den Limfjord fahren. Damit wuchs Thisted auf Kosten von Klitmøller. In den folgenden 150 Jahren lebten große Teile der Bevölkerung von Klitmøller von der Fischerei. Wenn Sie zum Wasser gehen, können Sie eine Reihe von Geräteschuppen sehen, die von der Bedeutung der Fischerei zeugen. 1967 wurde der neue große Hafen in Hanstholm eingeweiht. Und damit wuchs wieder eine Stadt in Thy auf Kosten von Klitmøller. Die ganze Fischereiflotte aus Klitmøller fuhr nämlich nach Norden nach Hanstholm und legte danach dort an.

Danach ist Klitmøller zu neuem Leben als Touristenort und insbesondere als Surfparadies von Surfern aus ganz Europa gelangt.

7. Nordsee

Die meisten, die zu den Dünenplantagen am Vandet Sø kommen, wollen auch zum Meer. Die Nordsee ist seit Jahrhunderten die Grundlage des Broterwerbs für die einheimische Bevölkerung und hat Massen von Touristen angezogen. Aber die Gemeinschaft der Fischer hat dafür mit Menschenleben bezahlen müssen. Die Geschichte vieler Fischerfamilien ist geprägt von Schiffbrüchen und der unheilbringenden Macht des Meeres. Die Kraft der Wellen ist unverändert und nur ein Narr fürchtet nicht das Meer, sagt man. Auch ist es die Nordsee, die mit Tausenden von Wellenschlägen an jedem Tag und unterstützt von dem Westwind immer wieder Sandhügel auf das Land gebracht hat – so viel Sand, dass die Sandverwehungen früher Menschen und Tiere vertrieben haben, die Äcker der Gegend bedeckt haben und alle die Dünen und Sanddünen geschaffen haben, die heute das Auge erfreuen und an einem stürmischen Tag Schutz bieten.

Erfahren Sie mehr auf kyst.dk (auf Dänisch)

8. Küstenabhänge des steinzeitlichen Meeres

Die Landschaft in Thy wechselt zwischen niedriggelegenen Ebenen und hochgelegenen hügeligen Landschaftsabschnitten.

Die großen Ebenen sind angehobener Meeresgrund, der sich seit der Steinzeit über den Meeresspiegel nach oben verschoben hat. Die Gletscher der Eiszeit haben die hügelige Moränenlandschaft geschaffen. Die Grenze zwischen dem angehobenen Meeresboden aus der Steinzeit und der Moränenlandschaft aus der Eiszeit wird an den meisten Stellen von Thy durch einen steilen Küstenabhang markiert. Årbjerg in der Vilsbøl Klitplantage ist so eine Stelle. Sie können hier auf den Abhang klettern und die Aussicht genießen und die Geschichte des Ortes auf sich wirken lassen. Oder Sie folgen dem Wanderweg entlang des Küstenabhangs.

9. Die fruchtbaren Dünenplantagen

Innerhalb von wenigen Hundert Metern können Sie auf mageren Kiefernbewuchs und üppige Edeltannen- und Laubbaumbestände treffen. Rund um Nors Sø und Vandet Sø ist die Erde am besten und bietet optimale Wachstumsbedingungen für Wälder. So können Sie hier in fruchtbaren Wäldern umherstreifen, in denen die alten Bäume sich auf dem Waldboden verjüngen und die Grundlage für die nächste Generation bilden – und das nur 4 bis 5 km von der Nordsee entfernt.

In der Vilsbøl Plantage westlich von der Badestelle unternahm der Oberdünenvogt Bohn-Jespersen 1900 einen Versuch, Baumarten auf 700 Pflanzfeldern des alten zu Nebel gehörenden Herrenhofes anzupflanzen. Die Anpflanzungen wurden „Bohn-Jespersens Briefmarkenkultur“ genannt. Er wollte untersuchen, welche Baumarten sich für Dünenwälder eignen und wie sich die einzelnen Arten gegenseitig beeinflussen. Heute können Sie westlich von der Badestelle die hohen, alten Edeltannen, Buchen, Eichen und Eschen bewundern. Dies ist ein gutes Beispiel für eine naturnahe Forstwirtschaft, bei der verschiedene Baumarten, die unterschiedlich alt und hoch sind, zusammen wachsen. Naturnahe Forstwirtschaft sogt für große Widerstandsfähigkeit bei Stürmen oder dem Befall von Pilzen und Insekten.

10. Dünen

Die Dünen entlang der Nordsee sind eine besondere Naturform, die Dänen aus dem ganzen Land anziehen und auch ein Magnet für Feriengäste aus dem übrigen Europa sind. Nur an wenigen Stellen der Erde kann man diese Art Natur erleben. Aber die Dünenlandschaften sind sehr verletzlich. Deswegen dürfen sie nur behutsam betreten werden und man muss auf den Wegen bleiben. Für den Staat ist der Schutz des Gebietes wichtig.

Die westjütländischen Dünen sind aus einer Kombination des menschlichen Gebrauchs der Landschaft und den Verwüstungen der Natur entstanden. Die Menschen haben die landwirtschaftlichen Flächen ausgelaugt und Meer und Wind haben über Jahrtausende hinweg die Landschaft alles andere als geschützt. Wenn Meer und Wind den Sand auf das Land wehen und der Sand auf Hindernisse stößt, entstehen Dünen. Aber da Meer und Wind dann die Dünen auch wieder zerstören, verändert sich die Landschaft ständig. Deswegen war es immer schwierig, in diesen westjütländischen Dünengebieten zu leben.

Die Bevölkerung der Dünenlandschaften war eine arme Bevölkerung und viele Gebiet sind verlassen, weil die Sandverwehungen die Bevölkerung aus Haus und Heim vertrieben haben. Im 19. Jahrhundert begann der dänische Staat, das Gebiet u. a. mit Bergkiefern zu bepflanzen, um den Sand am Boden zu halten, damit die Dünenbevölkerung in Frieden und Sicherheit ohne ständige Furcht vor Sandverwehungen leben kann. Einige dieser Dünenplantagen wurden auch angelegt, um eine Holzproduktion und Beschäftigungsmöglichkeit für die Einheimischen zu schaffen.

Aber an vielen Stellen können wir die Dünen immer noch so bewundern, wie sie für die Westküste typisch sind. Nach dem dänischen Naturschutzgesetz stehen die Dünen unter Naturschutz und deswegen gibt es für den Aufenthalt in den Dünen Verhaltensvorschriften und die Aufforderung, sie zu schützen.

Folgendes dürfen Sie gerne machen: 

Sie dürfen zu Fuß in den Dünenlandschaften umhergehen. Sie müssen aber auf den Wegen bleiben.

Folgendes ist verboten:

  •          Es ist verboten, Pflanzen in den Dünen zu beschädigen. Deswegen dürfen Sie nicht campen, Grill anzünden oder Feuer machen.

Sie dürfen nicht Ihren Hund freilaufen lassen. Sie dürfen in den Dünen nicht Rad fahren oder reiten und sie dürfen keine Abfälle liegen lassen.