Dybbøl Banke - die Geschichte des Gebiets

Die Kämpfe im Jahr 1864, die 56 Jahre deutscher Herrschaft in Sønderjylland, die Volksabstimmung und die Wiedervereinigung haben Dybbøl zu einem dänischen Nationalsymbol gemacht. Auch für die Deutschen ist der Ort von groβer Bedeutung. Hier wurde 1864 die Grundlage für ein vereintes Deutschland gelegt.

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Vorgeschichte des Gebiets Dybbøl Banke

Dybbøl Banke ist ein Höhenzug, der sich gut 60 m über dem Meer befindet. Der Hügel bildet den nördlichen Flügel in einer Eiszeitlandschaft aus Randmoränen um die Bucht Vemmingbund, dem innersten Teil des Sønderborg Fjord. An der Küste gibt es hohe, steile Abhänge.

Das Gebiet um Dybbøl ist seit der Steinzeit bewohnt. In den Wäldern Østerskoven und Bøffelkobbel Skov südwestlich des Dorfes Dybbøl befinden sich mehrere Grabhügel. Das Dorf Dybbøl hat Wurzeln bis zurück in die Eisenzeit. 1352 wird es als Duttebul erwähnt.

Ein typisches Dorf in Schleswig

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war Dybbøl ein schleswigsches Dorf unter vielen anderen - mit Fachwerkhäusern und einer weiβ gekalkten Kirche mit rotem Ziegeldach. Die ältesten Teile der Kirche, die Partie um den Chorbogen, stammen aus dem 12. Jahrhundert. Die Bauern in Dybbøl waren Fronbauern unter dem Schloss Sandbjerg Slot auf der so genannten Sundeved-Seite des Sundes Als Sund. 1673 verkaufte der König das Schloss und die Ländereien an Conrad Reventlow, der Amtmann in Haderslev war.

Im Besitz der Familie Reventlow erhielt das Gut Pionierstatus in der dänischen Geschichte der Landwirtschaft. Als 1788 die Erbuntertänigkeit aufgehoben wurde, beschloss der Gutsherr Conrad Reventlow als einer der ersten des Landes, die Pachthöfe an die Bauern zu verkaufen und den Landbesitz des Gutes in selbstständige Bauernhöfe zu parzellieren. Damit ging er weiter als sein berühmterer groβer Bruder, der als der Vater der groβen Landwirtschaftsreformen angesehen wird. Diese Parzellen werden noch heute landwirtschaftlich betrieben

Der Schleswig-Holsteinische Krieg im Gebiet Dybbøl Banke

Während des Schleswig-Holsteinischen Kriegs 1848-51 wurde das Gebiet Dybbøl Banke zusammen mit der Insel Als als Flankenstellung für die dänischen Streitkräfte benutzt. Von hier konnte man einen Feind, der aus dem Süden kam, angreifen. Am 5. Juni 1848 wurden die preuβischen Truppen bei Dybbøl vom dänischen Heer zurückgeschlagen, und im April des nächsten Jahres fand eine regelrechte Schlacht bei Dybbøl Banke statt. Während der Kämpfe brannte die Mühle nieder und wurde erst vier Jahre später wieder in Betrieb genommen.

Von 1861-62 legten dänische Pioniertruppen die 10 Schanzen bei Dybbøl in einem 3 km langen Halbbogen von Vemmingbund bis zum Als Sund an. Die Schanzen waren kleine Erdschanzen mit aus Beton gegossenen Pulvermagazinen und Blockhäusern aus Holz für die Soldaten.

Von Dannevirke bis Dybbøl

Am 1. Februar 1964 brach der Krieg zwischen Dänemark und Preuβen/Österreich aus. Am 5. Februar räumten die dänischen Streitkräfte die südliche Befestigungsanlage Dannevirke, dt. Danewerk. Sie zogen sich zur Stellung bei Dybbøl zurück, die in Eile fertiggestellt wurden. Am 15. März begannen die preuβischen Streitkräfte von ihren Batterien in Gammelmark bei Broager mit dem Beschuss. Hier hatte das preuβische Heer gezogene Geschütze, die eine gröβere Reichweite hatten als die dänischen Kanonen. Von Broager konnten die Preuβen quer über die Bucht Vemmingbund die dänischen Stellungen ohne nennenswerten Widerstand beschieβen. Im Laufe des folgenden Monats arbeitete die preuβische Hauptarmee sich mit Hilfe von Laufgräben in die Nähe der dänischen Schanzen, die gleichzeitig massiv bombardiert wurden. 

Der Sturm auf Dybbøl am 18. April 1864

Am 18. April 1864 um 10.00 Uhr griffen die preuβischen Streitkräfte die dänischen Schanzen an. Die Schanzen waren nach sechs Stunden ununterbrochenem Bombardement durch mehr als 8.000 Granaten vollkommen zerstört. Der zentrale und südliche Teil der dänischen Schanzenreihe fiel nach einer halben Stunde.

Die dänische 8. Brigade leitete einen Gegenangriff ein. Mit groβen Verlusten kämpften sie sich bis zur Mühe Dybbøl Mølle und zum Hof Langdamgård durch. Nach 1 ½ Stunden brach der Gegenangriff zusammen und der Rest der dänischen Streitkräfte musste sich auf die Insel Als zurückziehen.

Ca. 1.800 dänische Soldaten wurden während der Schlacht bei Dybbøl getötet, verletzt oder als vermisst gemeldet, während ca. 3.000 gefangen genommen wurden. Der gesamte Verlust der Preuβen lag bei ca. 1.200 Toten, Verletzten und Vermissten.

Dänemark um ein Drittel verkleinert

Die Friedensverhandlungen wurden nach einem kurzen Waffenstillstand eingeleitet. Sie führten jedoch zu keinem Ergebnis und der Krieg begann erneut. Am 29. Juni eroberten die Preuβen die Insel Als und die Dänen ergaben sich. Ein Friedensvertrag im Oktober 1864 bedeutete, dass das dänische Reich die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg an die Sieger abtreten musste. Dänemark verlor ein Drittel seiner Fläche und ca. 40 Prozent der Bevölkerung.

Die Überreste der dänischen Schanzen wurden unmittelbar nach dem Krieg von den Preuβen entfernt. In den Jahren von 1865-71 legte man auf ihnen eine zusammenhängende Reihe von Schanzen zwischen Sønderborg und Dybbøl an. Das sind die Schanzen, die man heute im Gebiet Dybbøl Banke sieht.

Die neuen Schanzen der Preuβen wurden jedoch niemals in Gebrauch genommen und bereits 1883 wurden sie als militärische Anlage aufgegeben.

Volksfest in der Königsschanze 1920

Nach der Niederlage im 1. Weltkrieg verpflichteten die Deutschen sich durch den Versailler Vertrag dazu, der Bevölkerung in Teilen von Schleswig das Recht zu einer Abstimmung zu geben, inwieweit sie zu Dänemark oder zu Deutschland gehören wollten. Die Abstimmung führte zur heutigen Grenzziehung zwischen Dänemark und Deutschland.

Die Wiedervereinigung von Nordschleswig mit Dänemark kulminierte in einem groβen Volksfest am 11. Juli 1920, an dem König Christian X teilnahm. Das Fest fand in und um die ehemalige deutsche Schanze 10 statt, die fortan Königsschanze genannt wurde.

Nach der Wiedervereinigung wurde in einer Volkseinsammlung das Geld beschafft, um das Schanzengebiet zu kaufen. Es wurde 1924 als „Nationalpark Dybbøl Skanser“ an den Staat übertragen.

Die Landschaft wie in 1864

Seitdem hat der Staat in Kooperation mit dem ehemaligen Kreis Sønderjylland und der Kommune Sønderborg mehrere Flächen dazugekauft, wodurch eine weitere Bebauung verhindert werden konnte. Eine Reihe von Gebäuden wurde im Laufe der Jahre entfernt, Wasserlöcher wurden gegraben und Getreidefläche zu Weiden, um den Besuchern vermitteln zu können, wie das Gebiet Dybbøl Banke 1864 aussah.
Um die Landschaft für Fuβgänger und Fahrradfahrer einfacher zugänglich zu machen, wurden ca. 10 km Kies- und Graswege angelegt.

750 Hektar von Dybbøl Banke wurden 1987 unter Landschaftsschutz gestellt. 1864 gab es im Gebiet Dybbøl Banke 3-4 Mal so viel Knicks wie heute, und 1992 wurden einige der ursprünglichen Knicks im Gebiet südlich des Hofs Langdamgård wieder gepflanzt. Im Schanzengebiet weiden Schafe und Kühe, so dass hier keine Bäume und Büsche wachsen und die offene Landschaft mit Weiden bewahrt wird. Die in staatlichem Besitz befindlichen landwirtschaftlich genutzten Flächen werden seit 1997 ökologisch betrieben. Auf einem Teil wird Getreide angebaut, der andere Teil besteht aus Grasflächen. Das Dänische Generaldirektorat für Natur verwaltet heute ca. 200 Hektar des Gebiets Dybbøl Banke.

Dänen und Deutsche begegnen sich im Gebiet Dybbøl Banke

Dybbøl hat weiterhin eine hohe symbolische Bedeutung für sowohl Dänen als auch Deutsche. Seit 2002 nehmen deutsche Soldaten an der jährlichen Gedenkfeier am 18. April teil. Zur Gedenkfeier 2011 trugen die deutschen Soldaten zum ersten Mal Waffen.

Aus Anlass des 150. Jahrestags des Sturms auf Dybbøl finden im Laufe von 2014 zahlreiche Veranstaltungen statt.

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Über den Namen Dybbøl

Der Name Dybbøl setzt sich zusammen aus „Dytti“, einem alten männlichen Vornamen, und „bøl“, was so viel wie Einzelhof oder Einzelgehöft bedeutet.