Die Jahreszeiten auf Fanø

Frühling

Im März beginnt langsam der Vogelzug. Die Frühlings-Hungerblümchen blühen zu Beginn des Frühlings und bilden Teppiche in den Dünen. Die Feldlerche beginnt zu trillern, gemischt mit dem melodischen Gesang des Brachvogels. Die Rothirsche werfen ihr Geweih. Wenn man Glück hat, findet man eines bei einem Spaziergang über die Heide. Im März findet oft das Abbrennen der Heide statt – dann sind das verwelkte Gras und die Heide ausreichend trocken, die Temperatur niedrig und die Brutsaison hat noch nicht begonnen.

Im April führt der Vogelzug Millionen von Vögeln über Fanø. So langsam fängt die Saison für Windsurfer und Strandsegler an. Die Kegelrobben bekommen einen neuen Pelz und mischen sich häufig unter die vielen Gemeinen Seehunde beim Riff Galgerev. Die Pflanze Echtes Löffelkraut, die die Seeleute früher zur Vorbeugung gegen Skorbut aβen – kann gepflückt und in Salat verwendet werden. Sie hat einen hohen Vitamin C-Gehalt und wächst auf den Strandwiesen bei Grønningen und Hønen. Auch ist jetzt die Zeit zum Sammeln von Kätzchen des Gagelstrauchs für Kräuterschnaps.

Im Mai zwitschern und singen alle Vögel, u.a. der Kuckuck gleich Anfang Mai. Der Neuntöter ist gekommen und hält sich am Rande der Heide auf. Auch ist es die Zeit, in der man auf den Strandwiesen Ausschau nach dem Kräuter Strand-Wegerich halten kann. Die Seekajak-Saison beginnt.

Foto: Frank Bach, Colourbox

Sommer

Im Juni werden die Kegelrobben ihre Jungen und diese kann man während der kommenden Monate aus passendem Abstand beim Riff Galgerev säugen sehen. Nach Einbruch der Dunkelheit kann man in den offenen Gebieten den markanten Gesang des Ziegenmelkers hören. In den Heidemooren blühen die Wollgräser. Man sagt, dass die ”Unterirdischen ihre Kleidung zum Trocknen in den Wind gehängt haben“. Das Dünen-Wintergrün und die Flügelsamige Schuppenmiere blühen. Windsurfer und Strandsegler sind am Strand.

Juli ist die Hauptsaison für Windsurfer und Strandsegler am Strand. Die Kegelrobben beginnen mit dem Pelzwechsel, und das bedeutet, dass besonders viele Seehunde auf den Sandbänken sind. Juli ist auch der groβe Orchideenmonat und die seltene Orchidee Gelbe Sumpf-Weichorchis ist auf den feuchten Gebieten der Dünenheide zu finden. Den Insekten fressenden Sonnentau findet man zwischen Büscheln von Torfmullmoor in den kleinen Heidemooren. Der seltene Schmetterling Lungenenzian-Ameisenbläuling hält sich ab Mitte des Monats in der Heide auf - insbesondere dort, wo Glockenheide steht. Ab Ende des Monats und bis in den August reifen auch Schwarze Krähenbeeren, Preiselbeeren und Rauschbeeren – man darf für den eigenen Verzehr sammeln. Der Bergwohlverleih blüht. Die Glockenheide blüht an etwas feuchteren Standorten. Das Wild hat seine Paarungszeit und man kann die Rehböcke bellen hören.

Wenn man Glück hat, sieht man im August den Schmetterling Taubenschwanz.

Herbst

Der Vogelzug führt Millionen von Vögeln auf dem Weg in den Süden über Fanø. Falls die Kegelrobben im dänischen Teil des Wattenmeers Junge werfen, geschieht dies im August und September. Das Heidekraut in der Dünenheide blüht und sieht wie ein wunderschöner violetter Teppich aus. Die Rothirsche kommen in die Brunft und sie legen Suhlen im Wald an, in denen sie sich wälzen. Auch kann man Hufspuren, angefressene Rinde und Äste und die Pfade des Edelwilds entdecken. Obwohl die Beeren-Saison fast beendet ist, kann man immer noch gut Moosbeeren sammeln, die gerade an feuchten Standorten wachsen. Man sollte auch noch Preiselbeeren finden können. Tautropfen heben die unzähligen wunderschönen filigranen Spinnweben hervor und kündigen den Spätsommer an. In der Pflanzung ist die Pilzsaison auf dem Höhepunkt und man kann viele gute Speisepilze wie Pfifferlinge, Steinpilze und Maronen-Röhrlinge finden. Die Gagelstrauchfrüchte sind reif und eignen sich hervorragend für die Herstellung von Porstschnaps.

Im Oktober ist der Höhepunkt der Zugvögelsaison. Groβe Scharen von Enten- und Watvögeln rasten auf Fanø oder fliegen über die Insel hinweg. Auch lohnt es sich, in der Pflanzung nach Pilzen zu suchen, z.B. Gemeinen Birkenpilz, Fichten-Reizker und Schopftintling.

Im November sind immer noch Zugvögel im Wattenmeer und die Vögel, die hier überwintern, sind gekommen. Rotwild und Rehwild können immer noch beobachtet werden. An windigen und kühlen Tagen ist ein Spaziergang in der Fanø Plantage sehr schön und vielleicht hat man Zeit für eine Tasse Kaffee irgendwo im Windschutz nach einem Spaziergang an einem der Ufer.

Winter

Wenn man Material für ein Weihnachtsgesteck oder Tischdekoration haben möchte, ist ein Spaziergang im Wald im Dezember ein Muss. Hier findet man Tannenzapfen, Moos und Tannengrün. Zum eigenen Gebrauch darf man sich Material vom Waldboden sammeln, aber Tannengrün darf man nur abschneiden, wenn die Zweige bereits abgeknickt sind und auf dem Boden liegen.

Die Wintermonate sind die Zeit, in der man Fanøs Natur von seiner grandiosen und rauen Seite erleben kann, wenn die Elemente entfesselt werden. Der Nördliche Raubwürger rastet im Winter auf der Heide. Das Wintergoldhähnchen singt im Nadelwald und der Kreuzschnabel spreizt die Schuppen der Zapfen ab, um an den Samen zu gelangen.

Wenn man Glück hat, kann man entlang der Westküste auch z.B. den Eissturmvogel sehen. Nach rauem Wetter fliegen sie auch ins Inselinnere, um dort Kräfte zu sammeln. Die Heidewinterlandschaft ist etwas ganz Besonderes, ein Mosaik aus goldenen und braunen Farben geschaffen durch das trockene Gras (Draht-Schmiele und Blaues Pfeifengras) und die niedrigen Heidebüsche (Heidekraut, Schwarze Krähenbeere, Preiselbeeren). Auch sind die Möglichkeiten, Füchse zu sehen und zu hören sehr gut, da sie jetzt in der Paarungszeit sind. Rotwildrudel kann man ebenfalls erleben. In Wintern mit längeren Frostperioden kann man im Wattenmeer wunderschöne Szenarien aus Eisgebilden sehen.

Im Februar werfen die Rothirsche ihr Geweihe und wenn man Glück hat, kann man eines auf einem Spaziergang über die Dünenheiden oder durch die Fanø Plantage finden.