Møns Klint – rund ums Jahr

Frühjahr

Das Wasser unten an der Steilküste ist nahezu tropisch türkis nach den kleineren Rutschen aus dem Winter, die das Wasser mit Kreide gefüllt haben.

Wanderfalkenpärchen sind auf der Suche nach Nistplätzen. Der Kranich, Europas größter Vogel, kehrt von seinem Zwischenhalt auf Rügen zurück und hält Kurs auf die Møns Klint. Formationen großer Vögel gleiten über die Steilküste und steigen in die warmen Aufwärtsströme empor.

Auf dem Waldboden tauchen die Vorboten des Frühjahrs auf, wie etwa Primeln und blaue, gelbe und weiße Windröschen. Auch die ersten Orchideen treten zum Vorschein. Anfang Mai wird die Blütesaison von mehreren Knabenkräutern mit lilafarbenen und hellroten Blüten im Klinteskoven und auf dem Høvblege und Jydelejet eröffnet.

Herbst

Visuell läuft die Steilküste zu Höchstform auf und bietet die Kulisse für die vorbeiziehenden Kraniche, Mäusebussarde und einem Gewimmel aus anderen Vögeln. In diesen Tagen steht die Sonne hoch am Himmel und die Luft ist kristallklar. Tage voller Segen und stiller Mystik. Aber auch Tage, an denen die Oststürme wüten und die Wellen Fossilien und Bernstein an den Steilküstenstrand spülen. Man findet Seeigel, Belemniten prähistorischer Tintenfische und Klappersteine – kugelförmige Feuersteine mit einem enthaltenen losen Fossil.

Im Spätsommer und Herbst duftet die Natur lecker nach Essen, nämlich nach Brombeere, Himbeere, Waldsauerklee, Meersenf, Sanddorn, Pfifferlingen, Röhrlingen, Fisch und noch vielem mehr.

Sommer

Die Spalten zwischen den Kreidelandspitzen sind nun üppige Oasen. Im Maglevandsfaldet fließt kaltes klares Quellwasser. Im obersten Teil des Wasserfalls ist der Boden von Vielblütiger Weißwurz bedeckt. Weiter unten wächst der seltene Riesen-Schachtelhalm.

Nun bestehen gute Möglichkeiten, die Wanderfalken in Aktion zu sehen. Sie bekommen Junge und haben alle Hände voll mit Jagen zu tun. Später erlernen die Jungen auch selbst das Fliegen und Jagen.

Die Orchideen der Høje Møns breiten sich im Wald und auf den Gemeindeweiden aus. Høvblege färbt sich hellblau vom Österreichischer Lein und hellrot von den Esparsetten der Platterbsenfamilie.

Im Juli fliegt der Quendel-Ameisenbläuling über Høvblege. Er ist auf der Suche nach einem Partner und fühlt sich hier richtig wohl. Dem Schmetterling bleiben nur rund vier Tage bei Tageslicht, um sich zu entpuppen. Einen Großteil seines Lebens lebt er als Larve oder Puppe in den dunklen Tiefen eines Ameisenbaus.

Winter

Die weiße Steilküste ist nun in ein noch weißeres Prachtkleid gehüllt. Auf den Stränden bilden sich mächtige Eisformationen auf Steinen, angespülten Bäumen und Hängen. Im Sonnenaufgang glitzert der Schnee. Entlang des Steilküstenrands offenbart sich ein fantastisches Winterszenario nach dem anderen. Zu dieser Jahreszeit ist man nahezu alleine. Tausende an Tierspuren entlang der Küste und im Wald zeugen jedoch von emsiger Aktivität.


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