Die Jahreszeiten auf Rømø

Frühling

Im März beginnt langsam der Vogelzug. Von März bis April und wieder im Herbst ab Ende August bis Mitte Oktober kann man Dänemarks interessantestes Naturphänomen erleben, Schwarze Sonne, ein Flugballett, bei dem mehrere hunderttausend Stare in einem Schwarm am Himmel fliegen und die untergehende Sonne verdunkeln.

Die Pflanze Echtes Löffelkraut, die die Seeleute früher zur Vorbeugung gegen Skorbut aβen – kann gepflückt und in Salat verwendet werden. Sie hat einen hohen Vitamin C-Gehalt und man findet sie im Vogelschutzgebiet Stormengene bei Havneby.

Im März findet oft das Abbrennen der Heide statt – dann sind das verwelkte Gras und die Heide ausreichend trocken, die Temperatur niedrig und die Brutsaison hat noch nicht begonnen.

Im April führt der Vogelzug Millionen von Vögeln über Rømø. Die ersten Strandläufer kommen von Westafrika und Südwesteuropa auf ihrer Reise nach Sibirien und Grönland, wo sie brüten. Man sieht sie häufig vom Rømø-Damm aus. Die Saison für Windsurfer und Strandsegler beginnt langsam. Die Rose der Heide, die Frühlings-Küchenschelle, blüht. Jetzt ist die Zeit zum Sammeln der Kätzchen des Gagelstrauchs für einen Kräuterschnaps.

Im Mai zwitschern und singen alle Vögel, u.a. der Kuckuck. Der Neuntöter hält sich am Heiderand auf. Auch ist es die Zeit, in der man auf den Strandwiesen Ausschau nach dem Strand-Wegerich halten kann. Die Seekajak-Saison beginnt.

Borrebjerg. Foto: Knud Erik Christensen, Colourbox

Sommer

Im Juni beginnt der Sommer und es ist viel los auf Rømø – die Touristen kommen auf die Insel, um den breiten Strand und die herrliche Natur zu genieβen. Windsurfer und Strandsegler finden sich am Strand ein. Rehkitze sind zur Welt gekommen.

Im Juli herrscht Hochbetrieb auf Rømø. Die Anzahl der Menschen auf der Insel wird vervielfacht. An einem warmen Sommertag kommen mehrere tausend Gäste an die breiten Strände, aber wenn man zu Fuβ oder auf einem Fahrrad kommt, kann man immer einen verhältnismäβig ungestörten Platz finden.

Der seltene Schmetterling Lungenenzian-Ameisenbläuling hält sich ab Mitte des Monats in der Heide auf - insbesondere dort, wo Glockenheide steht. Die seltene Orchidee Gelbe Sumpf-Weichorchis findet man in den feuchten Gebieten der Dünenheide. Ab Ende des Monats reifen Schwarze Krähenbeeren, Preiselbeeren und Rauschbeeren. Beim Wild ist Paarungszeit und man kann die Rehböcke bellen hören.

Im August kommen die Strandläufer mit ihren Jungen von Sibirien und Grönland und tanken auf, bevor die Reise nach Westafrika und Südwesteuropa weitergeht. Die Vögel kann man gut vom Rømø-Damm aus beobachten. Das Heidekraut blüht in einem wunderschönen violetten Teppich. Die Glockenheide blüht an den etwas feuchteren Stellen. Hochsaison für das Sammeln von Beeren. Schwarze Krähenbeeren, Preiselbeeren und Rauschbeeren sind reif – und man darf für den eigenen Verzehr pflücken.

Ab Ende August bis Mitte Oktober und wieder im Frühling von März bis April kann man Dänemarks interessantestes Naturphänomen erleben, Schwarze Sonne, ein Flugballett von mehreren hundertausend Staren, die in einem Schwarm am Himmel fliegen und die untergehende Sonne verdunkeln.

Herbst

Im September führt der Vogelzug Millionen von Vögeln auf dem Weg in den Süden über Rømø. Obwohl die Beeren-Saison fast beendet ist, kann man immer noch gut Moosbeeren sammeln, die gerade an feuchten Standorten wachsen. Man sollte auch noch Preiselbeeren finden können. Tautropfen heben die unzähligen wunderschönen filigranen Spinnweben hervor und kündigen den Spätsommer an. In den Pflanzungen ist die Pilzsaison auf dem Höhepunkt und man kann viele gute Speisepilze wie Pfifferlinge, Steinpilze und Maronen-Röhrlinge finden.

Im Oktober ist der Höhepunkt der Zugvogelsaison. Groβe Scharen von Enten- und Watvögeln rasten auf Rømø oder fliegen über die Insel hinweg. Im späten Herbst sind nicht viele Touristen auf Rømø und die Winterstille senkt sich über die Insel. Jetzt kann man ganz besonders gut die Stille der Natur erleben und die herrlichen Herbstfarben genieβen. Es lohnt sich, in den Pflanzungen nach Pilzen zu suchen.

Im November sind immer noch Zugvögel im Wattenmeer und die Vögel, die hier überwintern, sind gekommen. Die Herbstmonate sind häufig sehr sturmreich auf Rømø. Als eine der westlichsten Inseln in Dänemark ist Rømø wirklich der Ort, an dem ein Sturm mit voller Stärke ankommt. Die breiten Strände können überschwemmt sein, wenn der Wind über einen längeren Zeitraum aus Westen geweht hat, aber wenn der Strand trocken ist, herrschen hier gute Windverhältnisse für Strandsegeln oder das Fahren mit Kitebuggy.

Juvre Sand. Foto: Naturschutzbehörde

Winter

Der Winter auf Rømø ist häufig milder als auf dem Festland. Das Meer hält die Wärme, so dass die Temperatur auf Rømø häufig etwas höher ist als an anderen Orten im Land – die Chancen für eine weiβe Weihnacht sind nicht sehr groβ auf Rømø. In den Pflanzungen darf man Moos, Flechten, Pilze u.a.m. für Weihnachtsgestecke sammeln. Tannenzweige und Zapfen nur vom Boden.

Wenn man lieber im Windschutz einer der drei Pflanzungen spazieren gehen möchte, kann man die Winterlandschaft auf einer der vier gekennzeichneten Wanderrouten genieβen.

Die Wintermonate sind die Zeit, in der man Rømøs Natur von ihrer grandiosen und rauen Seite erleben kann, besonders wenn die Stürme rasen. Die Heidewinterlandschaft ist etwas ganz Besonderes, ein Mosaik aus goldenen und braunen Farben geschaffen durch das trockene Gras (Draht-Schmiele und Blaues Pfeifengras) und die niedrigen Heidebüsche (Heidekraut, Schwarze Krähenbeere).

Wenn der Winter kalt gewesen ist, kann man im Januar und Februar an den breiten Stränden und am Rømø-Damm entlang wunderschöne Eisgebilde sehen. Da Rømø verhältnismäβig dünn besiedelt ist, gibt es nicht viel künstliches Licht, das einen sternenklaren Winternachthimmel stört. Wenn man also an Astronomie interessiert ist, hat man während der Wintermonate gute Möglichkeiten, von einem der drei „Berge“ auf Rømø Sterne zu beobachten.