Møns Klint – Geschichte

Der Grund der Steilküste entstand vor 70 Millionen Jahren aus Algen auf dem Meeresgrund. Die steilen Wände aus Kreise wurden danach vom Eis geformt, das die Høje Møn schuf. Und noch heute ist die Steilküste den Naturkräften ausgesetzt. Die letzten großen Schritte erfolgten 2007, als Store Taler ins Meer stürzte.   

Høje Møn ruht auf Überresten aus dem tropischen Meer 

Das Fundament der Møns Klint entstand vor 70 Millionen Jahren. Damals befand sich hier anstelle von Dänemark ein tropisches Meer. In diesem Meer lebten u. a. mikroskopische Algen mit einem Skelett aus Kalkplättchen, die auch Coccolithen genannt werden. Als die Algen starben, sanken die Kalkplättchen auf den Meeresgrund. Über Millionen Jahre hinweg hat sich daraus eine dicke Kalkschicht gebildet.

Die Steilküste wurde von den Gletschern der Eiszeit geschält, gebogen und gefaltet

Seitdem erfolgten gewaltige Veränderungen auf dem Erdball. Die Kontinente erhoben sich aus dem Meer und die Berge wurden geformt. Der alte Meeresgrund aus Kreide befand sich über der Meeresoberfläche, als die letzte Eiszeit vor 12.000 Jahren Dänemark erreichte. Das Eis schälte riesige Platten aus dem alten Meeresboden. Die Platten waren bis zu 50 Meter dick und wurden gebogen, gefaltet und wie eine Ziehharmonika zusammengedrückt. So entstand die Høje Møn.

Viele Grabhügel aus der Bronzezeit liegen im Klinteskoven

Der Mensch ließ sich schon früh auf der Møn nieder. Im Klinteskoven zwischen Klintholm und Havrelukket zählte man über 100 Grabhügel, die über einen Zeitraum von 1.800 Jahren hinweg angelegt wurden. Die meisten von ihnen stammen aus der Bronzezeit, doch auch Reste eines Langhügels aus der Bauernsteinzeit liegen in dieser Gegend. Sogenannte Hochrückenäcker, die Spuren mittelalterlicher Pflüge aufweisen, sind ein weiterer Beweis für die frühe Besiedlung durch den Menschen. 

Menschen suchten Zuflucht auf dem Timmesø Bjerg

Aufgrund des Geländes und der freien Aussicht über das Meer war die Høje Møn ein guter Ort, um Zuflucht in Zeiten der Unruhe zu suchen. Auf der Spitze des Timmesø Bjerg liegen die Überreste einer Fluchtburg, die von steilen Böschungen und Wällen umgeben ist. Die Burg stammt aus der Bronzezeit, etwa aus dem Jahr 800 bis 500 v. Chr., die Anhöhe wurde jedoch bereits seit der Bauernsteinzeit (etwa. 3.000 v. Chr. als Versammlungsort genutzt). Bei einer Ausgrabung im Jahr 1946 fand das Nationalmuseum Spuren eines Palisadenwerks auf dem obersten Wall. Auch Munition in Form von Steinen in der Größe einer Handfläche oder eines Kinderkopfs lagen bereit. 

Der König verpfändet die Møn an einen reichen Holländer

Über das gesamte Mittelalter hinweg war die Møn im Besitz adeliger Familien, deren Eigentum mit der Zeit von der Krone übernommen wurden. Ab 1631 war der König hier der einzige Landbesitzer, was für einige turbulente Jahre auf der Insel sorgte. 20 Jahre lang wurde diese an einen reichen Holländer verpfändet. Später wurde die Møn als Quartier für die königliche Reitergarde genutzt.

Das Scavenius-Geschlecht übernimmt Klintholm Gods und die Møns Klint

1769 wurde der Boden der Møn in fünf Grundstücke unterteilt und verkauft. Einer der fünf war Klintholm Gods, das 1774 in die Hände eines Kaufmanns aus Stubbekøbing fiel. Er errichtete die ersten Gebäude auf dem Grundstück. Der Name Klintholm stammt ebenfalls aus dieser Zeit. Der Kaufmann hatte jedoch nicht allzu viel Freunde am Eigentum. Er starb 1797, das Jahr darauf verkaufte sein Enkel die gesamte Herrlichkeit einschließlich der Møns Klint an Jacob Brønnum Scavenius.

Die Høje Møn wird 1983 unter Naturschutz gestellt

Klintholm Gods gehört noch immer der Scavenius-Familie, die ursprünglich auch die Steilküste besaß. Nach einem langen Verfahren in Bezug auf den Naturschutz und langwierigen Verhandlungen beschloss man 1980 jedoch, die Møns Klint zusammen mit dem Klinteskoven, Jydelejet und Høvblege – insgesamt etwa 440 Hektar – an den Staat zu verkaufen. Die gesamte Steilküste und die Naturbereiche hinter ihr wurden 1983 unter Naturschutz gestellt.

Hier erfahren Sie mehr über das Klintholm Gods

Das GeoCenter Møns Klint als Botschafter der Natur

2007 eröffnete das GeoCenter Møns Klint, das direkt neben dem Rand der Steilküste steht.  Das Center, das im Besitz einer privaten Stiftung ist, vermittelt im Namen der Naturschutzbehörde Wissen über die Natur auf der Møns Klint. Die Aktivitäten des Centers erfolgen sowohl im Innenbereich, in dem eine große Ausstellung steht, als auch rund um die Steilküste.

Das Meer verschlingt die Møns Klint

Die Høje Møn und insbesondere die Steilküste selbst sehen sich ständigen Veränderungen gegenüber. Hier halten die Naturgewalten niemals inne und Rutsche verändern durchgehend das Aussehen der Steilküste. Im Durchschnitt verschwinden jedes Jahr etwa 2 bis 4 cm der Steilküste. Bei einer solchen Entwicklung wird die Høje Møn in 50.000 Jahren erodiert sein.

Die Steilküste schreitet mit unaufhaltsamer Kraft fort

Einige Veränderungen erfolgen plötzlich und ziehen drastische Verschiebungen der Küstenlinie mit sich. 1905 rutschte ein Drittel des Parks bei Liselund ab, etwa 40.000 Quadratmeter, und viele kulturelle Schätzen gingen verloren. Sommerspiret, ein beliebtes Motiv für die Maler des Goldenen Zeitalters und in Generationen danach noch als Wahrzeichen der Steilküste betrachtet, verschwand 1988. 1994 kostete ein Rutsch am Dronningestolen einer französischen Touristin das Leben, als sie am Strand entlangging. Eine der größten Rutsche der neueren Zeit erfolgte 2007, als Store Taler mit bis zu 500.000 Kubikmetern Kreide, Lehm und Erde zusammen mit etwa 100 Buchen 300 Meter tief in die Ostsee dröhnte.

Die Naturschutzbehörde verwaltet aktuell etwa 540 Hektar Wald, Gemeindeweide und andere Naturgebiete auf der Høje Møn. 

Zum Namen „Høje Møn“

Der Begriff Møn oder Møen wird erstmal 1135 genannt. Der Name stammt vermutlich aus dem altdänischen „mo“, was so viel wie Kreidevorkommen bedeutet.