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Geschichte - Almindingen

Der Bereich, den wir Almindingen nennen, ist nicht immer ein Wald gewesen. Nach dem Ende der letzten Eiszeit entwickelte sich der Wald mit der Zeit auf natürliche Weise. Seitdem hat die Nutzung des Waldbereichs durch den Menschen – der Anbau, das Fällen von Bäumen für Brenn- und Zimmermannsholz und das Grasen der Nutztiere – mehrmals dazu geführt, dass dieser mehr oder weniger verschwunden ist. Die markantesten historischen Spuren im Almindingen sind die Königsburgen Gamleborg aus der Wikingerzeit und die Lilleborg auf den früheren Mittelalter.

Geologie

Der Wald Almindingen liegt etwa 100 Meter über dem Meeresspiegel. Die mehr oder minder dicke Erdschicht des Waldes liegt direkt auf dem Grundgebirge. Das Grundgebirge besteht aus 1,4 Milliarden altem Granit. Der Granit ist in Form von Klippenwänden, Klippenvorsprüngen, großen Steinblöcken und Klippenböden zu erkennen und verleiht dem Wald einen nordischeren Charakter als die übrigen Waldgegenden Dänemarks. Die Klippen dominieren besonders den westlichen Teil des Almindingen.

Geologisch gesehen ist der Almindingen ein Teil von Nordbornholm. Nordbornholm ist höher über dem Meer gelegen als Südbornholm und das Grundgebirge besteht aus Granit, Gneis oder Basalt, das genau wie im Almindingen dicht an der oder direkt auf der Oberfläche liegt. Im Gegenteil zu Südbornholm, das geologisch gesehen dem Rest von Dänemark ähnelt, wo sich das Grundgebirge weit unter einer Schicht aus beispielsweise Schiefer, Kalk- oder Sandstein befindet.

Das Ekkodalen im Almindingen ist das längste Spalttal auf Bornholm. Es erstreckt sich über 12 km von Saltuna an der Nordostküste Bornholms bis nach Vallensgårds Mose. Magnetisch kann es bis ganz nach Arnager an der Südwestküste nachverfolgt werden.
Bei Spalttälern handelt es sich um Spalten, die sich im Granit aufgetan haben, so dass fließende warme Basaltsteinmasse aus dem Untergrund aufwärts fließen konnte. Basalt ist weicher als Granit und wurde mit der Zeit vom Eis und Schmelzwasser der Eiszeiten ausgespült. Somit sind leere Spalten zurückgeblieben, die wir als Spalttäler bezeichnen.

Ur- und Frühgeschichte

Die ersten Menschen

Die Jägersteinzeit dauert bis 3.900 vor unserer Zeitrechnung.

An einem kühlen Frühlingsmorgen von etwa 12.000 Jahren verließ eine in Leder gekleidete Familiengemeinschaft ihren Winterwohnort, der irgendwo im heutigen Polen lag. Es handelte sich um Großwildjäger, die ihren Beutetieren, den Rentieren, auf ihrer Sommerwanderung gen Norden folgten. Die Gemeinschaft wanderte viele Kilometer entlang einer Landenge über das baltische Eismeer – der späteren Ostsee – und kamen an dem Ort an, der sich heutzutage Bornholm nennt. Die Jäger setzten ihre Reise gen Norden fort und erst als sie das Meer zum Fuße des „Berges“ erreichten, den wir heute die Ekkodalensklippe nennen, schlugen sie ihr Sommerlager auf.

Wie genau dies alles abgelaufen ist, weiß natürlich heute niemand mehr. Doch ungefähr so interpretieren Archäologen die ersten menschlichen Funde auf Bornholm, eine Harpune aus Elchgeweih und eine Pfeilspitze aus Feuerstein, die in Vallensgårds Mose direkt südlich des Almindingen gefunden wurden.
Zusammen mit Kærgårds Mose und Udkæret auf der anderen Seite der Ekkodalensklippe stellt Vallensgårds Mose die teilweise ausgetrockneten Überreste des vorzeitlichen Meers dar.

Die Wanderung erfolgt in einer Wärmeperiode während der letzten Eiszeit, als Bornholm über eine Landenge mit dem europäischen Festland verbunden war. Die Landschaft, auf die unsere Großwildjäger stießen, war tundraartig und nahezu arktisch mit Sommertemperaturen von nur 8 - 10°C. Später kam die Eiszeit zurück und erst etwa 1.000 Jahre nach dem Sommerbesuch unserer Familiengemeinschaft war sie endlich vorbei.

Rentiere sowie Menschen, Elche und Biber wanderten wieder über die Landenge in die Tundralandschaft ein. Nachdem das Klima wärmer wurde, wurde die Tundra mit ihren lichten Birken- und Kieferwäldern durch einen dunkleren Wald mit Eichen, Haselsträuchern und Linden abgelöst und die Tiere der Tundra verschwanden. Im Gegenzug wanderten Rothirsche, Rehe und Wildschweine und später auch viele Nager, Füchse, Iltisse, Baummarder, Igel und Eichhörnchen ein.

Die Einwanderung von Pflanzen und Tieren dauerte ein paar tausend Jahre an, dann jedoch stieg der Wasserstand der Ostsee an und die Landenge verschwand, die Bornholm mit dem Festland verband. Bornholm wurde also erst etwa 7000 Jahre vor unserer Zeitrechnung zu einer Insel.

Die zweite Welle einwandernder Jägersteinzeitmenschen schlug sich entlang der Küsten nieder und es gibt keine Funde, die darauf hinweisen, dass sich Menschen vor der Bauernsteinzeit im Almindingen aufgehalten hätten.

Der Almindingen wird bestellt

Bauernsteinzeit, Bronzezeit und Steinzeit. 3900 vor unserer Zeitrechnung bis 750.

Bis zur Bauernsteinzeit hatten nur das Klima und die Tiere den Wald mitten auf der Insel geprägt.  In Ruhe und Frieden hatte er sich von einer Tundra in eine Gegend verwandelt, die überwiegend aus Wald bestand. Nun jedoch war die Landwirtschaft auf Bornholm angekommen, daher wurden Teile des Waldes zu Äckern. Die neuen Bauern brannten Gestrüppflächen ab, um die Erde zu bestellen, und die Pflanzennährstoffe der Asche fungierten als Dünger. Nach einer gewissen Zeit waren die Nährstoffe jedoch aufgebraucht und ein neues Waldstück fiel den Flammen zum Opfer. Diese Praxis wurde als Brandrodung bezeichnet und setzte sich bis weit in die Vorzeit fort.

Die Steinzeitbauern zogen es vor, am Wasser zu bauen, und im Almindingen wurde Siedlungen rund um mehrere der Waldsee gefunden, besonders um Vallensgårds Mose. Auch das Klippenplateau, auf dem heute die Ruine der Mittelalterburg Lilleborg steht, war in der Steinzeit bewohnt. Hier wurden Äxte, Bernsteinperlen und ungewöhnlich viele Pfeilspitzen aus Feuerstein gefunden. Außerdem wurden hier Überreste von Palisaden oder einem Palisadenwerk entdeckt. Laut den Archäologen könnte dies darauf hindeuten, dass bereits von nahezu 5.000 Jahren eine Burg oder eine burgähnliche Anlage auf der Klippe gestanden hat.

In der frühen Bronzezeit hatte der Mensch einen wesentlichen Einfluss auf den Wald: Rund 800 Jahre vor unserer Zeitrechnung war vermutlich der gesamte westliche Teil des Almindingen bestellt und gepflügt. An vielen Stellen haben Experten Spuren dieser vorzeitlichen Acker im Waldboden entdeckt, doch auch weniger geschulte Augen können Spuren erkennen: Die vielen kleinen Steinbunker, die als Rösen bezeichnet werden, finden sich im gesamten Wald und deuten auf die vorzeitliche Landwirtschaft hin. Die meisten von ihnen sind nämlich sogenannten Räumungsrösen, die einzig und allein als Sammelstelle für die Bodensteine dienten, die die Bauern aus dem zu bepflanzenden Boden zogen. Darüber hinaus gab es jedoch noch andere Rösen, nämlich die Grabrösen, wie etwa die im am besten erhaltenen Gräberfeld Bornholms bei Segen. Hier liegen etwa 60 kleinere Rösen und Bautasteine. Die Gräber lassen den Schluss zu, dass die Bauern in der Bronzezeit, die im und vom Almindingen lebten, arm waren, denn die Gräber beinhalteten nichts außer Skelettüberreste und Tonscherben.

Die Krieger kommen

In der Eisenzeit, etwa um das Jahr Null herum, wurde die Landwirtschaft im Wald aufgegeben. Während die Eichen den Almindingen zurückeroberten, fanden große gesellschaftliche Veränderungen statt.

Kriegswaffen gab es seit Mitte der Bauernsteinzeit, Funde deuten jedoch darauf hin, dass erst in der Eisenzeit Kriege oder zumindest kriegerische Handlungen auf Bornholm stattfanden; an den Grabstellen wurden die Krieger mit ihren Eisenwaffen begraben, viele von ihnen trugen Kampfspuren oder wiesen Verstümmelungen auf. Die Menschen in der Eisenzeit opferten ihre Waffen in den Mooren bei Klemensker und Rutsker und vergruben ihre kleinen und großen Schätze bei den Siedlungen. Es wurden Verteidigungs- und Fluchtburgen oben auf jedem zugänglichen Klippenplateau in den Paradisbakkerne und auf dem Rispebjerg und vielleicht auch im Almindingen gebaut.

Keramikfunde auf der Gamleborg deuten nämlich darauf hin, dass bereits im Jahr 200 eine Art Burg an dieser Stelle stand, somit hatte die Gamleborg einen eisenzeitlichen Vorgänger. Gleiches gilt vermutlich für die Lilleborg, die möglicherweise bereit in der Bauernsteinzeit befestigt war. Erst etwa um das Jahr 400 wurde ein Schatz bestehend aus 16 Silbermünzen und einer Goldspirale an dieser Stelle vergraben. Archäologische Untersuchungen haben außerdem gezeigt, dass „etwas“ an der Stelle der Lilleborg lag, das ungefähr zur selben Zeit niederbrannte ...und dass dieses „etwas“ wahrscheinlich auch eine Verteidigungsburg war, so wie auch die Steinzeitburgen in den Paradisbakkerne und die Ringburg auf dem Rispebjerg (auf Dänisch).

Wikingerzeit und Mittelalter

Die Gamleborg wird errichtet

Wikingerzeit und frühes Mittelalter (750 bis 1259)

Die Gamleborg, von der heute nur noch eine Ruine übrig ist, wurde in der Wikingerzeit angelegt, als die Ostsee von Seeräubern terrorisiert wurde. Die Wikinger legten ihre Burgen im Inland und weit von den Küsten entfernt an. Sie wurde auf einem schwer einnehmbaren Klippenplateau errichtet, das 270 Meter lang und 110 Meter breit war. Die Klippe selbst stellte eine Art natürliche Festung dar, wurde jedoch darüber hinaus mit einem Wall aus Feldsteinen, Erde und Lehm befestigt.
Die ältesten Teile der Burg stammen aus den Jahren zwischen 900 und 1000 und erinnern an die oben genannten eisenzeitlichen oder Fluchtburgen, in denen sich die lokale Bevölkerung einer Gegend im Falle eines Angriffs mitsamt ihren Tieren verschanzen konnte.  Die zentrale Lage des Gamleborg, nämlich fast in der Inselmitte, macht es jedoch wahrscheinlich, dass die Burg die Hauptfestung und die zentrale Burg der Insel war. Funde vieler unterschiedlicher Gegenstände weisen darauf hin, dass die Burg zwischen dem 11. und 12. Jh. eine feste Garnison beherbergte.
Aus schriftlichen Quellen wissen wir, dass Bornholm im Jahr 890 seinen eigenen König hatte. Ebenfalls ist bekannt, dass die Insel in der Zeit Harald Blauzahns (940 - 986) dem dänischen Königtum unterlag. Was dazwischen passierte oder ob die Burg vom bornholmschen oder vom dänischen König oder vielleicht einem Dritten errichtet wurde, wissen wir jedoch nicht.
Hier erfahren Sie mehr über die Burgen im Almindingen (auf Dänisch)

Die Gamleborg wird verstärkt und verlassen – die Lilleborg wird errichtet

Frühes Mittelalter (1050 - 1259)
Auch im frühen Mittelalter gab es Seeräuber auf der Ostsee. Die meisten von ihnen kamen aus dem heutigen Polen und Deutschland und überfielen Schiffe zur See und führten Angriffe und Plünderungen entlang der Küsten durch. Vermutlich wurde der Erdwall der Gamleborg im Jahr 1100 mit einer 275 Meter langen, 2 Meter breiten und bis zu 6 Meter hohen massiven Steinmauer verstärkt.

Dies hat scheinbar jedoch nicht gereicht. Zumindest weiß man aus Münzenfunden, die wahrscheinlich aus der Zeit um 1150 stammen, dass die Gamleborg für die Lilleborg verlassen wurde. Vermutlich, da die Gamleborg nicht mehr modern genug war. Sie war schlichtweg zu groß und zu massig, um sie verteidigen zu können. Ihr Nachfolger, die Lilleborg, ist um einiges kleiner und misst nur 2.600 qm im Gegensatz zu den 27.000 qm der Gamleborg.
Die Lilleborg ist eine Ringburg und wurde von König Svend Grathe errichtet, der von 1146 bis 1157 regierte. Dies macht die Lilleborg zu einer der ältesten königlichen mittelalterlichen Burgen Dänemarks.
Die Lilleborg wurde auf einer sechzehn Meter hohen Klippe gebaut, den Bereich um die Burg ließ der König ausgraben und aufstauen, sodass die Burg von Wasser umgeben war. Auf dem Burghof gab es verschiedene Arbeits- und Wohngebäude. Vor dem Burghof lag eine Ringmauer, davor wiederum ein Außenhof, also ein Wirtschaftshof, auf dem Nutztiere wohnten und landwirtschaftliche Geräte und Produkte gelagert wurden.
Aus den schriftlichen Quellen geht im Allgemeinen nichts über die Lilleborg hervor, bis sie zerstört wurde, doch Funde in der Burg belegen, dass sie als militärische Anlage, als Verwaltungszentrum und als Wohnsitz des königlichen Vogts sowie dessen Familie diente. Eine verhältnismäßig hohe Anzahl an Schlüsseln und Schlossteilen weist darauf hin, dass viele Schätze in der Burg untergebracht waren, die in Kisten oder hinter den Toren der Burg eingeschlossen waren. Bei einem Teil der Schätze handelte es sich gegebenenfalls um eingeforderte Steuern.

Das Ende der Lilleborg

Ungefähr um die gleiche Zeit, als die Lilleborg gebaut wurde, schenkte der dänische König Svend dem Erzbischof Eskild von Lund einen Großteil Bornholms, um diesen zu „seinem aufrichtigen Freund“ zu machen. Der König behielt nur den westlichen Bezirk für sich selbst, darunter die Lilleborg.
In den nächsten gut 100 Jahren lief es gut mit der aufrichtigen Freundschaft zwischen Kirche und König, doch in den 1250ern kam es zu offenen Streitigkeiten. Der damalige Erzbischof hieß Jacob Erlandsen, der damalige König war Christoffer I. Der König war bestrebt, die Rechte der Bischöfe einzuschränken und diese dem Königtum zu unterwerfen. Jakob Erlandsen und seine Anhänger wollten genau das Gegenteil.
Die Streitigkeiten erreichten ihren Höhepunkt im Jahr 1259, als der König den Erzbischof gefangen nehmen ließ. Im gleiche Jahr wurde die Lilleborg vom Bruder des Erzbischofs, Anders Erlandsen, zusammen mit seinem wendischen Fürsten Jaromar von Rügen erobert und zerstört.
Am 4. April 1265 schrieb Papst Urban IV. einen Brief an Jacob Erlandsen, in dem er den Rücktritt des Erzbischofs forderte:

Du hast ein Heer versammelt und dieses mit deinem Bruder Anders und Herrn Jamer, Fürst von Rügen, auf deine Kosten zur Insel Bornholm gesandt, die dem König unterliegt und im Bistum Lund liegt, und dort hast du auf grausame Weise etwa 200 Männer des Königs töten lassen, die überlebenden Männer des Königs mit einer Steuer belegt, seine Burg bis auf die Grundfestung zerstört und dir die Insel mit Macht und Gewalt angeeignet...

Der Name Lilleborg taucht nicht im Brief auf, doch es ist zu vermuten, dass von dieser Burg die Rede ist. Erstmals taucht die Lilleborg in schriftlichen Quellen auf, als sie vermutlich schon zerstört war.

Erzbischofs- und Lübeckerzeit

Spätes Mittelalter (1259 - 1576).

Als die Lilleborg zerstört wurde und das Königtum nach Hammerhus floh, wurde der Almindingen Teil der gemeinsamen Gegend für die Tiere zum Grasen, die sich Højlyng nennt und den Großteil des inneren Bornholms bedeckt. Wie auch die restliche Højlyng wurde der größte Teil des Waldes von Nutztieren abgefressen und entwickelte sich zu einer Heidelandschaft mit Heidekraut und Wacholder. Die Højlyng nahm insgesamt etwa ein Fünftel der Inselfläche ein.

1543 tauchte der Name Almindingen erstmals in schriftlichen Quellen als Bezeichnung für den waldbedeckten Teil der Højlyng auf. Laut dem Buch über bornholmsche Ortsnamen (Bornholmske Stednavne) bedeutet Almindingen „Wald, Erde oder Heide, der/die kein gesondertes ist, sondern im Besitz der Gemeinschaft ist und von ihr genutzt wird, oder im Besitz des Königs ist“.

Neuzeit

Wildbahn des Königs

Neuzeit (1576 bis heute).

Im Jahr 1576 war Bornholm – und damit auch der Almindingen – nach mehr als 300 Jahren unter Fremdherrschaft wieder unter der Führung des dänischen Königs. Der Almindingen wurden zum „Almindingen des Königs“.

Später wurde der Teil der Højlyng, der noch mit Wald bedeckt war, nämlich der westliche Teil des heutigen Almindingen, zur Wildbahn des Königs. Das äußerst hügelige Gelände, in dem sich unter anderem das Ekkodalen, die Lilleborg, der Jomfrubjerget und die Koldekilde befinden, wurden mit Holzpfählen abgesteckt. Später wurden die Holzpfähle gegen Steinpfähle ausgetauscht. Einige von ihnen stehen noch heute.

Das Jagdinteresse des Königs richtet sich besonders auf das Rotwild, das damals auf Bornholm und besonders im Almindingen hohen Zahlen lebte. Über die nächsten Jahrhunderte sandte der König oftmals seine Jäger nach Bornholm, um Rotwild zu erlegen, das in Fässern gepökelt und zum Hof verfrachtet wurde. Ende des 17. Jahrhunderts wurden mehrmals lebendige Tiere eingefangen, um diese im heutigen Tierpark von Jægersborg auszusetzen.

Mit der Zeit verschwanden jedoch das Rotwild und auch der Wald. In einer Beschreibung von 1756 ist zu lesen, dass der Bestand innerhalb weniger Jahre „deutlich abgenommen hat“, dies aufgrund des kalten Winters, der Jagdfrequenz und der Wilderei, aber auch, da „deren gewöhnlicher Aufenthaltsort, der Wald des Almindingen, mit der Zeit dünner und kleiner wurde“. Die Bäume des Almindingen standen kurz davor, vollständig zu verschwinden. Sie waren gefällt und als Feuer- oder Zimmermannsholz verarbeitet worden, und es kamen keine neuen nach, da die Nutztiere die frischen Triebe fraßen. Knapp 30 Jahre später wurde das letzte bornholmsche Rotwild geschossen, dessen Nachfahren nun im Tierpark von Jægersborg zu bestaunen sind.

Im Jahr 1800 war der Wald des Almindingen so gut wie verschwunden.
Im selben Jahr wurde per königlicher Verordnung bestimmt, dass der Wald neu gezüchtet werden solle. Diesmal jedoch aufgrund der Flotte: So stand es im königlichen Beschluss Christians VII. vom 6. August 1800:

Wir ermächtigen unsere Rentekammer allergnädigst, unseren Almindingenwald auf Bornholm unmittelbar einzäunen und anschließend forstlich aufzüchten und einfrieden zu lassen, dies insbesondere und falls möglich mit Hinblick auf die Züchtung von Eichen zugunsten der Flotte.

Der Almindingen wird neu gezüchtet

Die Aufgabe wurde dem auf Bornholm geborenen Hans Rømer zuteil. Zu diesem Zeitpunkt war er Leutnant des Jägerkorps von Sjælland in Helsingør, wo er auch etwas über die Waldwirtschaft gelernt hatte.

Dies reichte für den jungen Leutnant aus, um sich der Aufgabe anzunehmen. Der Almindingen war 600 Hektar groß, ein Großteil bestand jedoch aus Heide und Heidekraut. Es blieben nur 165 Hektar, die eine Art Wald darstellten. Dieser wird als Waldgestrüpp mit Hainbuchen und als niedriger knorriger Eichenwald beschrieben, der sich nicht für den Bau einer Flotte eignete. Der Wald lag westlich des Bachs, das von der Koldekilde ins Ekkodalen verläuft und an dessen Ufer der Jomfrubjerget, die Gamleborg und die Lilleborg lagen. Sowohl der Rytterknægten als auch die Ekkodalensklippen wurden als „kahl“ beschrieben.

Hans Rømer war ein fleißiger Mann. Er zäunte den Almindingen mit einem fast 10 km langen Steinzaun ein, um die Nutztiere fernzuhalten. Er legte seine erste Baumschule zwischen der Gamleborg und Christianshøj an. An dieser Stelle steht heute ein Denkmal, das an ihn erinnert. Er hub Gräben aus, legte Wege an, baute das Revierförsterhaus im Ekkodalen und pflanzte den Wald an.

Der von ihm eingezäunte Bereich – der alte Almindingen – entsprach grob gesehen der Wildbahn des Königs mitsamt dem Ekkodalen und dem Rytterknægten. Hier waren es die Bauern seit Generationen gewohnt, ihre Tiere zum Grasen zu schicken, und sie waren nicht mit den Neuerungen zufrieden. Mehrmals protestierten sie und drohten, den Zaun dem Erdboden gleichzumachen und Schweine in der Baumschule einzusperren.

Rømer schrieb:

Seit Jahrhunderten wurden hier keine öffentlichen Einrichtungen auf dem Land erbaut, die den allgemeinen Unwillen des Volks derart hervorrief, wie eben die Einfriedung des Almindingen.

Rømer starb im Jahr 1836. Was blieb, war „sein“ Almindingen. Seitdem haben andere die Arbeit fortgesetzt und der Wald ist weitaus größer geworden. Hans Rømer wird jedoch als der Vater des Almindingen angesehen, im Jahr 1893 wurde ihm in Rømersminde ein Denkmal gesetzt.

Hans Rømer Revierförster des Almindingen 1800 - 1836
Ein dankbarer Nachfahre errichtete dieses Denkmal im Jahr 1893
Mit Tüchtigkeit und großer Ausdauer übte er seine Arbeit, zu der er berufen wurde, mit großer Hingabe aus und schuf dadurch diesen herrlichen Wald.

Die Nachfahren der wütenden Bauern haben ihm vergeben, die heutige Bevölkerung auf Bornholm will den Almindingen nicht mehr missen und sieht Rømer als einen der wichtigsten Menschen der Insel an.
In den Jahren nach dem Tod Hans Rømers wurde der Almindingen im Westen und Osten erweitert. Somit verdreifachte sich die Größe des Walds. Gleichzeitig wurden Teil der alten Højlyng auf die damaligen Gemeinden zwecks Züchten neuer Waldbestände aufgeteilt. Seitdem ist der Almindingen mit vielen der alten Gemeindeplantagen zusammengewachsen und stellt heutzutage die fünfgrößte Waldgegend Dänemarks dar. Der Almindingen ist aktuell im staatlichen Besitz und gehört somit uns allen. Die Naturschutzbehörde auf Bornholm hat ihren Sitz im alten Revierförsterhaus von Hans Rømer im Rømersdal.

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Zum Namen Almindingen

Der Name Almindingen taucht erstmals in den schriftlichen Quellen aus dem Jahr 1543 als Bezeichnung für den waldbedeckten Teil der Højlyng auf, einen weiten gemeinsamen Bereich zum Grasen der Tiere, der den Großteil des bornholmschen Inlands bedeckte.  Der Name Almindingen bedeutet „Wald, Erde oder Heide, der/die niemandem Bestimmten gehört, sondern im Besitz der Gemeinschaft ist und von ihr genutzt wird, oder im Besitz des Königs ist“.


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