Geschichte der Pflanzung Klosterheden Plantage

Die meisten Links führen zu dänischen Homepages, einzelne bieten jedoch auch deutsche Versionen an.

Geologie

Während der letzten Eiszeit vor ungefähr 15.000 Jahren lag eine dicke Eisschicht über großen Teilen von Jütland. Die Eiskante erstreckte sich von Bovbjerg in Richtung Struer und ist heute als ein Höhenrücken ein paar Kilometer nördlich der Pflanzung Klosterheden Plantage zu erkennen.

Vom enormen Gletscher strömte das Schmelzwasser in Richtung Westen, wo die riesigen Wassermassen Sand und Kies ablagerten. So entstanden die Heideflächen, auf denen die Pflanzung angelegt wurde, und die man an mehreren Stellen in der Pflanzung sehen kann. Die Heideflächen bestehen aus magerem, sandigem, häufig mit Kies gefülltem Boden, den das Eis ganz von Norwegen und Schweden hierher transportiert hat.

Heute ist es immer noch möglich zu sehen, wo das Wasser über die Landschaft floss. Durch die Pflanzung Klosterheden Plantage schneiden sich Schmelzwassertäler mit einigen der saubersten Wasserläufe Dänemarks zu den Flüsschen Flynder Å, Dride Å und Fåremølle Å hinunter.

Vorzeit

Ungefähr 11.700 – 6.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung begannen die Pflanzen so langsam an, einzuwandern. Nur die robustesten konnten das Klima aushalten. Während der ersten Zeit dominierten Kräuter und niedrige Büsche die Landschaft, aber mit der Zeit kamen einzelne Bäume hinzu. Birke, Haselnuss, Linde, Waldkiefer und Eiche breiteten sich langsam über ganz Dänemark aus.

Auch die Menschen bewegten sich nach Dänemark – und auch in Gebiete um die heutige Pflanzung. Allein in der Pflanzung Klosterheden Plantage wurden bis zu 50 Grabhügel aus der Zeit um die Bronzezeit registriert. Einer der interessantesten ist der knapp drei Meter hohe Hügel Fladhøj (dt.: flacher Hügel) mitten in der Pflanzung. Der Hügel ist – wie der Name es andeutet – oben flach, und die Historiker meinen, dass der Hügel daher zu besonderen Zeremonien genutzt wurde, vielleicht in Verbindung mit einem Grabkult oder anderen religiösen Aktivitäten. Außerdem führt der so genannte Oldtidsvej von Viborg zu einem prähistorischen Verschiffungshafen bei Trans durch das Gebiet.

Dass Menschen im Gebiet gewohnt haben, ist in der Heide zu entdecken. Bereits in der Bronzezeit begann man mit dem Bestellen von Feldern. Die Wälder wurden gerodet, der Boden bebaut und nach wenigen Jahren war er ausgemergelt und wurde aufgegeben. Neue Felder wurden gerodet und bebaut. So machte man weiter und das führte dazu, dass die Landwirtschaft sich über immer größere Flächen ausbreitete. Die Flächen, die die Bauern aufgegeben hatten, wurden zuerst von Krähenbeeren und später vom Heidekraut eingenommen. Die Heide – der dunkle, rotbraune Teppich – rollte langsam über Westjütland.

Die Geschichte der Pflanzung Klosterheden Plantage

Die heutige Pflanzung besteht aus zwei Gebieten – Kronheden und Klosterheden – westlich bzw. östlich des Flüsschens Flynder Å. Wie die Namen andeuten, waren die beiden Gebiete Eigentum des Königs bzw. des Klosters Gudumkloster.

Im Kloster Gudumkloster lebten Nonnen des Benediktinerordens. Das Kloster wurde im 13. Jahrhundert am Flüsschen Klostermølle Å erbaut, aber nach einer Überschwemmung wurde das Kloster 1484 mit der Kirche Gudum Kirke zusammengebaut. Nach der Reformation übernahm die Krone das Kloster und die Ländereien, und nach ein paar Jahrhunderten verschwanden die alten Klostergebäude.

Das Kloster Gudumkloster war jedoch nicht das einzige Kloster, das das Gebiet prägte. Das Kloster Søsterklostret – Stubber Kloster – beim See Stubbergård Sø südöstlich von Vinderup war bis 1547 Eigentümer der für das Gebiet sehr wichtigen Mühle Kjærgaard Mølle. Die Mühle wurde sogar von Bauern aus dem entfernten Thyholm genutzt – heute eine kurze Autofahrt entfernt, aber vor 600-700 Jahren eine längere Reise.

Nach der Reformation übernahm die Krone das Kloster Stubber Kloster. 1538 wurde der Sekretär König Frederiks I., Iver Juel, Lehnsherr des Klosters und im Gegenzug musste er die Nonnen versorgen. 1547 kaufte Iver Juhl das Kloster für 12.765 Taler.

Mehr über den Benediktinerorden.

Die Heidebauern

Die Technologie des 18. Jahrhunderts war nicht dafür geeignet, dass die leichten Sandböden jedes Jahr wieder Ertrag geben konnten. Der Boden wurde 4-6 Jahre bebaut und danach musste er mehrere Jahre ruhen, um wieder Nährstoffe zu sammeln. Daher brauchte man große Flächen, um jedes Jahr eine Ernte zu sichern. Sowohl die Heide als auch die ruhenden Böden wurden als Weideflächen genutzt. Die Felder und die wichtigen Wiesenflächen entlang der Flüsschen sollten zuallererst das Futter für das Vieh sichern. Das Vieh war die sicherste Ertragsquelle der Heidebauern. Die unsichereren Getreideerträge standen in zweiter Reihe.

Die Heidebauern pflügten oder brachen den harten Boden auf. Danach zündeten sie den Heidetorf an, was dazu beitrug, dass der Boden wieder Nährstoffe bekam. Wenn der Boden einige Jahre lang sich selbst überlassen worden war und Nährstoffe gesammelt hatte, konnte der gesamte Prozess wieder von vorn beginnen. Wenn die Zeit der Bebauung vorbei war, wuchs Gras und später Heide auf dem Feld. Daher wurden die ruhenden Felder für die Beweidung verwendet. Im 18. Jahrhundert fingen die Bauern damit an, Pflanzen wie Klee und Lolch zur Verbesserung des Bodens zu verwenden.

Eine weitere Einnahmequelle für einige Bauern in der Gegend um Klosterheden war die Mühle Kjærgaard Mølle. Mitte des 18. Jahrhunderts war die Mühle in den Händen von Bauern, und die neuen Eigentümer bauten neue Mühlsteine ein und ein Schrotwerk zur Herstellung von Graupen. Ende des 19. Jahrhunderts waren der Mühle ein Kaufmann, eine Schmiede und eine Bäckerei angeschlossen. Aber die Zeit der Wassermühlen ging dem Ende zu, und als das Mühlengebäude 1913 niederbrannte, wurde es nicht wieder neu gebaut.

Der Staat bekundete sein Interesse

Wie viele andere Gebiete in Westjütland litten sowohl Klosterheden als auch Kronheden an Holzmangel. Anfangs ergriffen Privatleute die Initiative und begannen, bei Gudumhus Bäume zu pflanzen. Ab 1880 bekundete auch der Staat sein Interesse und kaufte große Gebiete, die bepflanzt wurden mit – insbesondere am Anfang - der robusten Bergkiefer. Die Pflanzungen gaben den stattlichen Westjütländern Arbeitsplätze, Brennholz und mit der Zeit auch Nutzholz. Als man mit den Pflanzungen begann, kam auch das Rotwild und ließ sich im Gebiet nieder. Früher hatten die großen Tiere sich nur sporadisch in den Heiden gezeigt, aber jetzt – da sie Bäume bekamen, zwischen denen sie sich verstecken konnten – ließen sie sich hier permanent nieder.

Die Deutschen kommen

Im Laufe der nächsten Jahrzehnte wuchs die Pflanzung Klosterheden Plantage langsam aber sicher. Der 2. Weltkrieg beendete die Expansion. Nachdem die Deutschen Dänemark 1940 besetzt hatten, begannen sie sofort mit der Befestigung von Westjütland. In der Pflanzung Klosterheden enteignete die Wehrmacht 600 ha Pflanzung und 1941 war der Flugplatz Rom Flyveplads fertig gestellt.

Der Flugplatz wurde als Ersatzflugplatz für den Flugplatz in Karup genutzt, und mit den zweimotorigen Jagdflugzeugen des Typs Messerschmitt Bf 110 nutzte die Wehrmacht den Flugplatz Rom Flyveplads als Schutz für den deutschen Küstenverkehr gegen das Überfliegen von Westjütland durch die Alliierten.

Nach dem Krieg und bis 1948 wurde der Flugplatz zur Unterbringung von Flüchtlingen aus Deutschland genutzt. Zu Höchstzeiten lebten 9.000 Menschen im Flüchtlingslager.

Die Heide hielt ihren Einzug – wieder einmal

Ende der 1960er war die westjütländische Heide dabei, ein bedrohter Landschaftstyp zu werden - auch im Forstbezirk Klosterhedens Statsskovdistrikt, in dem weniger als 250 Hektar Heide übrig waren. Am 17. Juni 1968 wollte die Natur es anders. An diesem Tag war es vollkommen windstill und plötzlich brach ein Feuer um den Hügel Fladhøj mitten in der Pflanzung aus. Ein Feuer in einem Waldgebiet ist nicht zum Spaßen. Insbesondere nicht an einem Sommertag. Das Feuer löschte sich jedoch selbst. Die Hitzeentwicklung war so kräftig, dass ein heftiger Gewitterguss ausgelöst wurde. Bevor das Feuer gelöscht war, hatte das Feuer Bäume auf einer Fläche von 200-250 Hektar verschlungen.

Danach wurde das Gebiet nicht wieder bepflanzt. Vielmehr wurde so die größte Heidefläche in der Pflanzung Klosterheden Plantage geschaffen.

Über den Namen Klosterheden Plantage

Wenn man ins äußerste Detail geht, besteht die Pflanzung Klosterheden Plantage aus zwei Gebieten: Klosterheden östlich und Kronheden westlich des Flüsschens Flynder Å. Die Namen stammen aus der Zeit, als die Gebiete Eigentum der Krone bzw. des Klosters Gudumkloster waren. Die Bevölkerung vor Ort nennt das gesamte Gebiet Klosterheden.